Duisburger Absichten und Erkenntnisse

Der Straftatbestand der fahrlässigen tötung setzt  natürlich nicht die tötungs- oder gar die Mordabsicht voraus. Aber er unterstellt auch nicht, alle Beteiligten seien völlig ahnungs- und absichtslos in die Situation geschlittert.

Die Absichten der Raver: zu feiern.
Die des Verantalters: Geld und Image.
Die Absicht des Oberbürgermeisters: Image für sich, seine Partei und die Stadt Duisburg.
Die Absicht der Landesregierung:  dürfte sich geändert haben, so wie sich gerade die Landesregierung geändert hatte.
Die Absicht der Polizisten: ihren Job zu machen.
Aber die Absicht ihrer Einsatzleitung?

50 wichtige Fragen
- nur die wichtigste fehlt leider, die nach  der Sperrung des Zugangs zu den Tunneln nach 15.30.
Übersicht (.pdf) über die Sperren am betreffenden Tag -ca. 100, 16 Schleusen davon laut Schaller seitens der Polizei geöffnet.
Es wurde  von  barmherzigen Menschen (Ordner?Polizisten) über  die Nebenrampe "Dampf abgelassen" aus dem Kessel.
Eine alte Meldung über Polizeiübergriffe.
Zwischenbericht der Stadt Duisburg .pdf 

Ein Fazit in der Schuldfrage könnte lauten:

  OB Sauerland, der Stadtrat, der Veranstalter Lopavent und manche mehr machten sich der Verletzung der Sorgfaltspflicht schuldig, weil sie wissentlich und vorsätzlich ein "Event" planten und durchsetzten, das in seiner Sicherheitsarchitektur  mindestens als fahrlässig einzuordnen ist. Mit Problemen, gedränge und damit auch evtl. mit Körperverletzungen, auch mit dem "Nichterreichen" des Festgeländes musste gerechnet werden. 

Das "wissentlich und vorsätzlich" bezieht sich auf mindestens ein Jahr Vorlaufzeit.


  Wissentlich und vorsätzlich  handelte aber auch die Polizei.  Das ALLGEMEINE Wissen  hatte sie wie die oben Genannten seit einem Jahr: dass es zu Staus kommen musste. Sie reagierte mit den vereinbarten Sperren und Beamten. Sie verweigerte sich aber der Veranstaltung nicht, sondern "trug nur Bedenken". KONKRET aber handelte sie aktiv wissentlich und vorsätzlich, indem sie im Wissen um die Enge  auf der Rampe (Kameras waren genug da und auch Polizeibeamte vor Ort sowie Helikopter, also volles Wissen!) vorsätzlich die Sperren aufhob. Der vorsatz ergibt sich daraus, dass nirgends eine Situiation entstanden war, die die Polizei dazu ZWANG, die Sperren aufzuheben: also Todesgefahr durch Quetschungen in der Lehr-Straße oder der Stadt, Gefahr des Überrolltwerdens von Sperren und sie sichernder Beamter und Ordner. Auch war  weder Randale noch   die Palette der Gegenmaßnahmen und ihre Unwirksamkeit  gemeldet oder argumentativ ins Feld gebracht worden: angefangen vom Einsatz von Megaphonen, Lautsprecherwagen über  Wasserwerfer, Tränengas, berittene Polizei, Schlagstöcke usw. - um die friedlichen Raver zurückzudrängen. Es waren keine Hooligans oder Krawalldemonstranten - und so gab es keinen grund, die Sperren aufzuheben, außer den VORSATZ.

Strafrechtlich läuft das auf MORD hinaus, nicht auf "fahrlässige Tötung". Die Motive sind zu vermuten, aber wir spekulieren hier nicht. Sie werden schon ans Tageslicht kommend, wenn Innenminister Jäger erst einmal festgenommen worden ist.



"Die Mauer muss weg!"
Manchmal retten Mauern eben Menschenleben. Der Polizist in  06:20 dieses Videos sagt eindeutig,
wozu die Sperren in Duisburg gut waren - die Erklärung für das Wegräumen der Sperrren ist es, was bis heute fehlt. Immerhin gab es offensichtlich Kommunikation zwischen dem  Mann an der Sperre und  den Kollegen am Eingangsbereich - das Nichtfunkttionieren von Handys ist also Quatsch als Begründung.

Polizeiverbrecher mit dem Rücken an der Wand

"Schichtwechsel" sei der Grund für die "Polizeipannen" in Duisburg gewesen.  Diese krude Behauptung, obwohl angeblich intern seit einem Vierteljahr auf dem  Markt der "Ermittlungen", wird jetzt über das Geheimdienstkreisen nicht abgeneigte ehNaMag geleakt. Die logische Konsequenz  bei einer angeblich genau  in der kritischen Zeit erfüllten 12-Stunden-Schicht incl. Anreise  bedeutet  einen Dienstbeginn kurz nach Mitternacht  in Görlitz oder im Bayrischern Wald anzunehmen, und zwar genau  für all die Polizisten an den Sperren  und Schleusen. Sodann bedeutet es, dass der "Wechsel"  eben nicht in einer kurzzeitigen VERDOPPLUNG der Zahl der Polizisten an diesen Orten  bestand, sondern dass  die erste Schicht abgezogen worden wäre bevor die zweite Schicht eintraf. Die logischen Konsequenzen dieser schwachsinnigen Argumentation zur Reinwaschung des  NRW-Innenministers haben die  Dumpfbacken wohl nicht bedacht - oder sie haben keine Argumente mehr.
Mit homestories wie dieser versucht das ehNaMag die Theorie des Schichtwechsels weiter im öffentlichen Bewusstsein zu vertiefen.

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Duisburg. Duisburg? Da war doch mal was .... ?

Gab es da nicht eine Loveparade mit vielen Toten und  Verletzten? Und zwar gerade als die Landesregierung gewechselt hatte und der CDU-OB womöglich hätte sich in ein jugendfreundliches Licht hätte setzen können? War da nicht ein SPD-Innenminister direkt im Lagezentrum der Polizei anwesend und konnte dort beobachten und dirigieren, wie die Polizei ihre Pflicht zur Gefahrenabwehr nicht tat, sondern die Sperren aufhob?
Und nun  kommt im Wechselspiel  von CDU und SPD bei der Aufklärung nichts heraus. Außer dass ein LINK bei der Partei, die sich in Duisburg vehement für die Aufklärung der Massentötung einsetzt, zu einer antisemitischen Seite führte.  Einerseits monatelang anscheinend unbemerkt, andererseits  anscheinend als "Zeitbombe" dort plaziert von einem bisher Unbekannten, den man nun zu ermitteln sucht.
Empör, empör. Oh wie empörend- so schallt es aus  den Kreisen derer, die bestimmt nicht die Website der Linken anklicken.  Natürlich ist Antisemitismus a) Grund genug sich zu empören, und b) gilt:Der Verantwortung, die die LINKE in Sachen Loveparade hat, kann sie nicht gerecht werden, weil sie sich in fahrlässiger Weise (d. h. für Politiker oder solche, die es sein wollen: unverantwortlicher Weise) einem Vorwurf aussetzt, der sie desavouiert und ihren Einfluss beschränkt..
Edle Einfalt, stiller Kleinmut

mehr Duisburg

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Loveparade: Beweisstücke verschwunden ....

"Der Beamte habe am Nachmittag des 24. Juli die komplette Öffnung der Eingangsschleuse befohlen, obwohl die Veranstaltungsleitung zuvor das genaue Gegenteil angeordnet hatte - nämlich deren Schließung, weil schon zu dieser Zeit eine Überfüllung des Party-Areals drohte.

"Unsere Einwände, dass es dadurch zu einem Stau im Eingangstunnel kommen wird, hat der Beamte nicht gelten lassen", sagt einer der Ordner, "wir mussten seiner Anweisung Folge leisten." Der Polizist habe den Kreuzungsbereich vor der Absperrung entlasten wollen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich mehrere tausend Raver vor der Kontrollstelle gedrängt, Hunderte seien dann in den Tunnel geströmt.

Belastend für die Polizei könnten zudem weitere Schilderungen von Ordnern sein: Demnach ließen sich Beamte von den privaten Sicherheitskräften ein Werkzeug aushändigen, mit dem später die Zaunelemente einer Absperrung auseinandergeschraubt worden sein sollen. Offenbar ist dieses Beweisstück verschwunden."


Ist es nicht seltsam, dass bisher EINZIG  hier auf MAI  genau diese Verantwortlichkeit so zu lesen war, und im GESAMTEN mainstream INCL. der sog. links-alternativen Spektrum  genau das nicht?

Die Beweisstücke sind eher als Mordwerkzeuge zu bezeichnen, das war ihre objektive Funktion.

Wann wird Innenminister Jäger (NRW) endlich festgenommen?

Rechtsgutachten bestätigt die kompromisslos klare haltung von Medienanalyse-International:

"In Auftrag gegeben hat das Gutachten die FDP-Landtagsfraktion. In dem Papier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, heißt es: "Dies bedeutet, dass jedenfalls eine subsidiäre Zuständigkeit […] der Polizeibehörden stets bestehen musste und bestand. Mit anderen Worten: Spätestens in dem konkreten Moment, da sich eine Gefahrenlage abzeichnete, oblag die Aufgabe der Gefahrenabwehr in jedem Falle (auch) den bei der Love Parade anwesenden Polizeikräften.""
 

Harte Burschen
Polizisten unter sich - da fällt auch mal einer aus dem Auto:
"Die beiden Polizisten machten trotzdem Karriere: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurden sowohl Gruppenführer R. als auch Abteilungsführer K. trotz der gegen sie gerichteten Ermittlungsverfahren befördert - ein ungewöhnlicher Schritt, wenngleich rechtlich zulässig. K. kam nun auch bei dem Love-Parade-Unglück eine entscheidende Rolle zu, er hatte das Kommando über den sensiblen Einsatzabschnitt "Schutz der Veranstaltung". "

Das sind also die Menschenschützer in Duisburg. Genau so haben sie die Loveparade-Teilnehmer erlebt (z.B. als die Bitte um Hilfe angesichts der einsetzenden Staupanik schnoddrig beschieden wurde mit einem "Sauft nicht so viel!")
Freunde und Helfer, wie sie im Buche stehen, angeleitet von einem Innenminister, der in der Einsatzzentrale gebannt und tatenlos an 16 Bildschirmen  zuschaut, wie sich  der Stau  in tödliches Quetschen  wandelt.


Zum Verhältnis der Duisburger Polizei und des Innenministers NRW zur Loveparade:

"Uhr forderte die Stadt den Veranstalter Lopavent schließlich auf, das "Gelände zu öffnen, da es zu Randalen im Stadtgebiet" komme....
13.59 Uhr: Love-Parade-Besucher ziehen unkontrolliert durch das Duisburger Dell-Viertel, es seien bereits Beschwerde-Anrufe von Anwohnern eingegangen....
14.52 Uhr: Die Lage verschärft sich. Zur Zeit sei "kein Zulauf zum Veranstaltungsgelände möglich".

15.06 Uhr: Hoher Besuch bei den Love-Parade-Organisatoren: Der "Innenminister besucht derzeit den Krisenstab".

15.50 Uhr: Mitteilung des Veranstalters Lopavent an die Ordnungsbehörde: "Nach wie vor große Probleme am Eingang Karl-Lehr-Tunnel; es wird überlegt, den Ausgangsgang auch für Eingänger zu öffnen."
16.29 Uhr: Ein dramatischer Eintrag in behördlichem Stakato: "Druck auf Veranstaltungsgelände wird zu groß, Zäune an A59 wurden von ca. 1000 Menschen niedergerissen. Zugverkehr wurde komplett eingestellt, nur noch Busverkehr! Druck auf Veranstalter wg. erforderlicher Durchsagen soll erhöht werden"

16.31 Uhr: "Aus dem Tunnel heraus wird das Gelände unkontrolliert gestürmt! Fußgänger auf der A59!"

Für die nächsten 52 Minuten finden sich nur wenige Einträge im Einsatztagebuch. "

Das Unschuldslamm Innenminister war also DIREKT dabei. Der ÖFFENTLICHE Raum -wo Stadt und damit Polizei zuständig waren - sollte geräumt werden, und der Veranstalter wurde mehrfach unter Druck gesetzt, auf "seinem" Gelände die Entlastung für den öffentlichen Raum herbeizuführen. Nur hat der  veranstalter mit  Autobahnen, Lautsprechern auf den Bahnhöfen, Eisenbahnanlagen, Straßen usw.  nichts zu tun. Dort "herrscht die Polizei".



 

Duisburger Kessel

Duisburger Mörderbeamte

"Der Spitzenbeamte schien sich der daraus resultierenden Risiken sehr wohl bewusst gewesen zu sein, prognostizierte er für den Überfüllungsfall doch "emotionale Reaktionen der Besucher", "Druck auf die Einlässe zum Veranstaltungsgelände" und "eine daraus resultierende Staubildung im Karl-Lehr-Tunnel". 

Später heißt es erneut in dem Papier: Das Problem eines "gefüllten Veranstaltungsraumes" mit "Auswirkungen auf die Zuwege (Unzufriedenheit, Druck auf die Einlässe, Be-/Überfüllung von Zuwegen, Versuche des anderweitigen Erreichens des Veranstaltungsgeländes) wird als ebenso relevant erachtet" wie das erwartete Gedränge auf dem Hauptbahnhof. "

Also wurden im vollen BEWUSSTSEIN des Problems die Sperren "aufgegeben".

Der Haus- und Hofjurist der Polizei sagt hingegen:
"Jurist: Polizei ist nur bis zum Gelände zuständig 
Auch der Hamburger Polizeirechtler Prof. Jan Sorth bestätigt die polizeilichen Aufgaben: „Grundsätzlich sind Polizisten bei privaten Veranstaltungen zur Gefahrenabwehr eingesetzt. Bei Fußballspielen etwa arbeiten sie verkehrslenkend bis zum Stadion, in dem der Veranstalter Hausrecht hat”.

Was nichts anderes bedeutet, als dass bei einem Fusballspiel Mord- und Totschlag erlaubt sein müssten, bis  der veranstalter dem fröhlichen Allotria Einhalt gebietet. Aber selbst WENN diese irrsinnige Formel Bestand hätte: Polizei war auf dem gelände seit 15.30 spätestens präsent, vom Veranstalter zu Hilfe gerufen und damit  schon allein deshalb verantwortlich. Doch selbst WENN dies nicht der Fall gewesen wäre, so geht es ja eben um die Situation, die der Jurist anspricht: "verkehrslenkend bis zum...". Darum ging es, den Verkehr zu stoppen, auf öffentlichen Straßen, BEVOR er sich in den Tunnels staute.


Duisburger Mörderbeamte

"Der Spitzenbeamte schien sich der daraus resultierenden Risiken sehr wohl bewusst gewesen zu sein, prognostizierte er für den Überfüllungsfall doch "emotionale Reaktionen der Besucher", "Druck auf die Einlässe zum Veranstaltungsgelände" und "eine daraus resultierende Staubildung im Karl-Lehr-Tunnel". 

Später heißt es erneut in dem Papier: Das Problem eines "gefüllten Veranstaltungsraumes" mit "Auswirkungen auf die Zuwege (Unzufriedenheit, Druck auf die Einlässe, Be-/Überfüllung von Zuwegen, Versuche des anderweitigen Erreichens des Veranstaltungsgeländes) wird als ebenso relevant erachtet" wie das erwartete Gedränge auf dem Hauptbahnhof. "

Also wurden im vollen BEWUSSTSEIN des Problems die Sperren "aufgegeben".


ines der Überwachungsvideos - schön ausgewählt und mit nettem Text unterlegt. Man beachte, wie  die Treppe und das Klettern dort zur URSACHE der Panik stilisiert wird - nicht etwa, dass sich unten auf der rampe und in den Tunnels seit  über einer Stunde die Menschen stauten. Das allerdings dürfte auf den anderen Videos zu sehen sein. Während auch die Junge Welt sich dem allgemeinen Geblubber anschließt,  zeigen die Fotos aus den Ü-Kameras dennoch Eindeutiges, obwohl es sich nur um die "Rampenkamera" handelt:
16.01 Uhr:
Eine kleine Polizeikette auf der Rampe (man beachte, dass es offiziell doch schon das Gelände der veranstalter sei und die polizei dort eigentlich rein überhaupt nichts an Verantwortung trage, staut den verkehr aus den Tunnels auf:

 

16.16 Uhr:
Nachdem die Sprecherin bei SPIEGEL-ZV aus dem Off vermeldet, irgendwie habe es keine Sperre des Zuflusses an den Tunnelenden gegeben, folgt die Story der  Escapisten. Dass sie der Enge unten im Bild entkommen wollten, ist keinen Kommentar wert - und nicht, dass sich die Stauung noch eine Dreiviertelstunde weiter ergab - die ersten Todesopfer wurden ca. 17-00 Uhr gemeldet:

Beachten Sie die Enge dort unten im Bild - die noch  eine weitere Stunde anhielt und sich verschärfte. Im Blick der Kameras - und ohne dass die Polizei etwas tat. Ein MdL fragt "Er stellte die Frage in den Raum, warum die Polizei nicht die Regie übernommen habe, als klar wurde, dass der Veranstalter nicht mehr Herr der Lage war." Dazu Folgendes: "16 Uhr: Die Polizei übernimmt nach Aussagen des Crowd Managers und zweier Sicherheitsfirmen die Befehlsgewalt. "Im Fall der Katastrophe hat die Polizei mehr zu sagen als die Ordner", sagt Peter Nasse, Chef der SMS GmbH, SPIEGEL ONLINE. "Wenn die Polizei die Federführung übernimmt, haben unsere Mitarbeiter den Anweisungen der Beamten zu folgen."
 
 
 
 
 

Keinesfalls vertuschen als Ziel

Duisburger Polizei sieht sich schon mal das beschlagnahmte Videomaterial an - bevor des die ermittelnden Kölner in die hand bekommen ...
 
 

Das Schweigen der Lämmer
Alternativen Medien verhalten sich nicht

Dass sich der mainstream nicht zu klaren Positionen  durchringt, war zu erwarten. Alle sind  schuld, ein unglück kann immer mal geschehen, der OB solle zurücktreten,  die Staatsanwaltschaft wird schon alles aufklären, und dazwischen herzzerreißende  personal stories zu Opfern der Tragödie.
Wo aber sind die alternativen blogs, die linke Presse?
Entweder stimmen sie in das Lamento mit ein, Lynchstimmung gegen den OB zu verbreiten, oder sie halten sich raus.
Dabei gab es VOR der Loveparade durchaus klare Stimmen, die vor dem Desaster warnten. Die Fakten waren bekannt:

"Und falls auf der Schottertanzfläche (230.000 qm mit einer Besucher-Kapazität von 500.000 Menschen) kein Platz mehr ist, tanzt doch einfach auf dem extra angelegten Loveparade-Kreisverkehr (PDF) vom Hauptbahnhof zur Event-Area, sozusagen dem eigenen „Still-Leben“ der Loveparade, weiter." 
Also noch einmal für die Begriffsstutzigen der 3-Schritt zur Erkenntnis:

1. Das Gelände war für einen großen besucheransturm (mit dem bei gutem Wetter zu rechnen war) zu klein, und das war allseits bekannt.

2. Deshalb war von Anfang an, keineswegs überraschend, die Sperrung des geländes integraler teil des Sicherheitskonzepts. Materieller beweis dafür war der Container  in der Rampe, in dem ein Crowd-Manager und ein Verbindungsmann zur Polizei saßen und die Bilder der Überwachungskameras auswerteten. Faktisch gab es schon um 15.00 Uhr, offiziell eingestanden ab 15.30 Bitten um Hilfe an die Polizei.

3. SPÄTESTENS  seit diesem Zeitpunkt war die Polizei sicherheitstechnisch auch auf dem Festgelände, auf Rampe, im Tunnel und  sowieso auf den öffentlichen Straßen davor zuständig. Auf den Straßen schon allein deshalb, weil sie -sie obiges Zitat - eingeplanter Stauraum waren, im Rahmen der gefahrenabwehr jederzeit auch auf dem Veranstaltungsgelände, und seit dem Hilferuf um 15.30 Uhr das auch hochoffiziell und nicht gegen den Willen des veranstalters. Die polizei war verantwortlich. Und sie sperrte  oben ab und ließ  eineinhalb Stunden lang die Menschen in die Tunnels einströmen.  Das Absperren war Teil des Gesamtkonzepts (eine miese Planung auf Kosten der Raver, die  schon in der Planung auf "Standplätze" auf den Zufahrtsstraßen verwiesen wurden), aber jede Sperre bedeutet zugleich eine Zückverlagerung der Verantwortung in die Straßen Duisburgs hinein.

Eineinhalb Stunden lang hat die Polizei zugesehen, wie sich alles in die Tunnels quetschte. Der Duisburger Kessel war geplant, die Absicht war erkennbar. Ein "Unglück" aus heiterem Himmel ist etwas anderes.

"Es sei zwar nicht auszuschließen, dass der Zugang während der zehnstündigen Veranstaltung kurzzeitig gesperrt werden müsse, aber derzeit gehe man nicht davon aus. Und wenn der Fall doch eintrete, „dann haben wir ganz unterschiedliche Maßnahmen, mit denen wir das problemlos steuern können ....Zwei festgelegte Routen führen die Besucher vom Bahnhof zum einzigen Zugang des Partygeländes. Auf diesem Weg gibt es über 100 überwachte Sperrungen. Die spektakulärste ist die A 59, die zwischen dem Duisburger Kreuz und der Anschlussstelle Wannheimerort komplett stillgelegt wird." Dieser Stauraum war somit offiziell eingeplant und wurde aber nicht genutzt zum Bremsen des Zustroms. Polizeisache, reine Angelegenheit der Polizei.
Oder anders herum gesagt: wäre die Polizei ihrem Job nachgegangen und hätte die 100 Sperren genutzt, um den Zustrom in die Tunnels zu blockieren, dann, ja dann wäre die miese Planung des OB auf ihn, den veranstalter, die Genehmigungsbehörden zurückgefallen. Denn dann wäre es offensichtlich geworden, dass die Mehrheit der  Festbesucher LAUT PLANUNG schon das Festgelände gar nicht hätten erreichen können - sie wäen in den Zufahrtsstraßen stecken geblieben und hätten nur von weitem das Wummern der Bässe gehört. Sie wären sauer gewesen - aber nicht tot oder verletzt.

So, liebe Linke, Alternative, Friedensbewegte - wollt Ihr weiter schlafen oder der Sache endlich nachgehen?


Kesselfleisch:

Duisburger Absichten und Erkenntnisse
ein Kessel Buntes wurde durch die Einsatzleitung der Duisburger Polizei bereitet. Was gibt es Schöneres als einen Kessel zu haben, in den man die Leute nicht einmal mehr per Schlagstock treiben muss, weil sie alle friedlich-fröhlich und nichtsahnend über eine Stunde lang hineingehen?
Schön den Ausfluss versperrt, keine Megaphone, die vor der Gefahr warnen, und die 4.000 Polizisten bewachen einfach nur die Gitter, die das Schlachtvieh hineinlenken ...

Ja, das War ABSICHT. Ja, es geht um fahrlässige Tötung, Körpervrletzung, um unterlassene Hilfeleistung und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Egal wie das geände aussah, egal wie sehr sich der OB  durchsetzte, völlig unerheblich auch der Veranstalter. Sie alle hatten mit Straßensperren und Mgaphonen und Auflösung des Staus nichts zu tun.



 

"SPIEGEL: Standen vor den Schleusen auch Polizisten?

Walter: Natürlich, jeweils eine Hundertschaft auf der einen und auf der anderen Seite."
"Walter: Ja, aber dann kam zu meiner Überraschung die Anweisung eines Polizeiführers, alle Schleusen auf der Westseite durch die Ordner öffnen zu lassen.
SPIEGEL: Sie hatten doch eben noch gefordert, den Druck durch die Menschenmenge zu reduzieren. Also Schleusen zu schließen, um den Strom der Besucher zu drosseln.
Walter: Exakt. Und der Polizeiführer sagte - alles auf! Er war weisungsbefugt, auch mir gegenüber.
SPIEGEL: Die Polizei erklärt, für die Sperren sei ausschließlich der Veranstalter verantwortlich."
 

Darum geht es. da wird jeweils eine hundertschaft nicht mehr fertig mit dem Andrang (so die offizielle Story), und deshalb  ist die Polizei dann eben hilflos. Was hätten die armen Polizisten auch machen sollen? Hilflos standen sie da eine Stunde und mussten  zusehen, völlig wehrlos, wie  die Menschen den Tunnel fluteten. Sie konnten ja nicht etwa Verstärkung anfordern, oder Magaphone einsetzen - das hätte die  bitterbösen Raver womöglich erschreckt oder zornig gemacht.

"Walter erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen die Polizei. So hätten er und ein Beamter "geschätzte 45 Minuten" benötigt, die Polizeiführung zu erreichen. Das Problem sei gewesen, dass der Polizist "definitiv" kein Funkgerät gehabt habe und das Handynetz überlastet gewesen sei. Damit widersprach er der Darstellung der Polizei im Düsseldorfer Landtag. "

Nut bedarf es keines  Verbindungsmanns in einem Container, um seitens der einsatzleitung zu erkennen, dass sich da etwas staut. Es ist und bleibt die Einsatzleitung verantwortlich - brigens auch für ein Fehlen eines Funkgeräts. Aber es gab 16 Videokameras und Polizeioffiziere mit Funk vor Ort, die von oben Draufsicht hatten, die in den Tunnels steckten usw., die Hubschrauber nicht zu vergessen. und es gab nicht nur eine Bringschuld von Alarmmeldungen aus dem Crows-Container, sondern auch eine Holschuld angesichts der sich stauenden Massen.

Abgesehen davon, dass der SPIEGEL  auch darin  die SPD-Propaganda weiter betreibt, dass verschwiegen wird, dass  alle Leser der WAZ-"Der Westen" und somit auch z.B. der Innenminister Jäger  sehr genau bescheid wussten, was VOR der veranstaltung öffentlich diskutiert wurde. Nicht nur der OB.
 


Keinesfalls vertuschen als Ziel

Duisburger Polizei sieht sich schon mal das beschlagnahmte Videomaterial an - bevor des die ermittelnden Kölner in die hand bekommen ...


Keinen Durchblick?

"Ein Beamter: „Wir konnten doch nicht ahnen, dass viele Menschen bereits am Boden lagen, wir haben nichts mehr gesehen, was weiter als einen Meter entfernt war.”

Erst in diesem Moment bekamen die Einsatzzüge, die zur Unterstützung der Hundertschaft bereitstanden, den Marschbefehl. 

Einer der drei leitenden Security-Chefs zu BILD: „Ein Hauptkommissar gab die Befehle. Der saß irgendwo im Büro und wusste gar nicht, was gerade Schreckliches passiert.

 Was auf Hochdeutsch bedeuten soll, das ist der BILD- Propagandauftrag:
Die einen blickten nicht durch, weil zu nah dran, die anderen, weil zu weit weg.
Und ausgerechnet dort,  wo all die TV-Teams und Fotografen ihre Bilder machten, dort, wo sich eineinhalb Stunden die menschen  von oben sichtbar immer weiter zusammendrängten - dort soll kein  Polizist mit Befugnissen und Funkgerät gestanden haben? Quatsch.  Wir wissen es anders, wir haben hier die Augenzeugen  dokumentiert und auch ein video verlinkt, in dem  das exakt zu sehen ist, dass die Polizei sehr wohl den Überblick hatte. Dauernd, über Stunden hinweg.

Und  laut diesem Artikel habe es keine Kommunikation gegeben. Nochmals Quatrsch:
"Schon gegen 15 Uhr habe er die Lage am Tunnel als kritisch eingeschätzt, so der Crowd-Manager. Er habe die Eingangsschleusen schließen lassen wollen. Dazu habe man die Hilfe der Polizei gebraucht.

Unfassbar: Der Beamte im Container soll kein Funkgerät dabei gehabt haben, konnte so das Hilfeersuchen nicht an den Einsatzleiter weitergeben. Das Handynetz war bereits zusammengebrochen. So habe es 30 Minuten gedauert, bis der Verbindungsbeamte einen Vorgesetzten erreichte."
 



 

"Wenn man nämlich die Berichte von der Pressekonferenz so liest, wird man den Eindruck nicht los, dass die Spaßbremsen von der Stadt und der Polizei das Gelände schon so bei zwei Leuten pro Quadratmeter sperren wollen."

Eine Sperrung war also nichts Unerwartetes - es war eingeplant, angesichts des Wetters zu erwarten. Abgesehen davon, dass die Festbesucher darüber nicht informiert wurden, dass also nicht z.B. per Radio durchgegeben wurde, man möge Abstand nehmen vom Besuch, es  sei gesperrt - abgesehen davon, dass  um 15.30 real gesperrt wurde: es wussten die "Ordnungsbehörden" also, dass sich ein Problem für den öffentlichen Raum ergeben würde, wenn das Veranstaltungsgelände dicht gemacht würde.
Für das, was auf den Straßen Duisburgs geschehen würde, war WER zuständig?



 

Die Medienkampagne:

"Folgende Dokumente belegen, dass die Stadt Duisburg über die Sicherheitsprobleme bei der Loveparade informiert war. Die wichtigen Stellen sind farbig markiert, Personen in nichtleitenden Stellungen wurden unkenntlich gemacht." (.pdf)

Schöne Dokumente. Die  allesamt  aber auch belegen, dass die Fraktion der Linken skeptisch war. Dass darüber diskutiert wurde - klar doch, angesichts der Absage Bochums im Vorjahr. Und dass natürlich auch die Polizei eingebunden war und jederzeit hätte von Ihrem Recht und ihrer Pflicht zur Gefahrenabwehr hätte Gebrauch machen können. Man holt nicht gerade mal  4.000 Polizisten aus ganz NRW am Wochenende zusammen, weil man am Morgen, völlig überrraschend, aus heiterem Himmel eine Loveparade bewachen muss und nicht weiss, wie und wo.

Die derzeitige Diskussion ähnelt einer über eine Unfallkatastrophe, bei der sich über den Ministerpräsidenten des Landes XY echauffiert wird ("wie konnte er  mit dem Sicherheitskonzept nur das Einkaufswochenende im Ballungsgebet verantworten?"), dabei den Kopf seines Verkehrsdezernenten zu fordern ("Die Autobahn WAR ABER AUCH schmal an der Stelle!"), die Werbung für die Kaufhäuser verfluchen ("die wollten alle nur Profit!"),

während es darum geht, dass nach einem Unfall auf der Zugangsstraße, der Autobahn die Polizei stundenlang den Unfallort nicht absperrt und nichts tut, so dass Hunderte von PKW und LKW in einer Massenkarambolage mit 21 Toten in den Stau hineinfuhren.

Eine absurde Diskussion über miese Konzepte - die das konkrete Geschehen negiert.


Die wundersame Schrumpfung der 1,4 Millionen:
"Das Innenministerium teilte am Freitag unter Berufung auf Beobachtungen mit einem Polizeihubschrauber mit, während des gesamten Tages seien 350.000 bis maximal 500.000 Besucher in der Stadt gewesen."  In der Stadt! Nicht allein auf dem Gelände. Und insofern in JEDEM Fall Sache der Polizei. Es ging nie allein um das Fassungsvermögen des Geländes, sondern auch um das der Stadt und damit der zufahrtswege.

Thomas Wenner, Polizeichef von Bochum, hatte unter Sicherheitsaspekten wesentlichen Anteil  am Nichtzustandekommen der Loveparade in Bochum.
Hochinteressantes Interview des Deutschlandfunks:
"Wenn die Polizei auch heute überhört werden kann, so ist es doch so, dass der jeweilige Polizeipräsident sich hörbar machen kann. Beispielsweise durch einen offenen Brief oder eine Pressekonferenz. Wenn die Polizei den Eindruck hat, das geht gar nicht und hier wird mit dem Leben von Menschen gespielt, dann würde ich mich als Polizeipräsident auch verpflichtet fühlen, in einer Pressekonferenz zu sagen, warum das so ist und weshalb ich vor der Veranstaltung warne und dass sie nicht mit meinem Segen stattfindet.
 

"SPD-Sympathisant Wenner soll der SPD-Landtagsfraktion in einer politischen Streitsache gegen die schwarz-gelbe Regierung zum Thema Organisierte Kriminalität Schützenhilfe geleistet haben."
"Als 2003/2004 das seit langem größte Verbrechen im hiesigen Polizeibezirk passierte - ein Deutsch-Kasache (damals 19) aus Herne hatte im Drogenmilieu sieben Menschen getötet, fast alle mit Kopfschuss - sprach Wenner vom „Ergebnis einer deutsch-tümelnden Einwanderungspolitik der Regierung Kohl”." Das sind markige Sprüche in Bochum. In Duisburg gab es den Mafiamord - auch nicht gerade ein Imagegewinn. 
"Das langjährige SPD-Mitglied, eigentlich Chef der Direktion Zentrale Aufgaben der Duisburger Polizei und damit unter anderem für Buchhaltung, Personalplanung und Datenschutz zuständig, gilt als Verwaltungsmensch. "Von unserem Geschäft hat er nur eingeschränkte Kenntnisse", sagt ein führender Kriminalbeamter des Präsidiums. Von Schmeling habe immer im Schatten des dominanten Cebins gestanden und sei selten öffentlich wahrgenommen worden, so der Polizist. "
 
 
Bochum

SPD-OB
SPD-Polizeichef, markig
Absage der Loveparade
Von der CDU-Landesregierung abgesägt

In beiden Städten Massenmorde und Arbeitslosigkeit
 

Duisburg

CDU-OB
SPD-Polizeichef (hält sich bedeckt)
Zusage zur loveparade
Neuer  (SPD)- Landesinnenminister (also oberster Chef)


 

Der Duisburger Polizeichef - Detlef von Schmeling - und seine Erkenntnisse:
"Was ich nicht bestätigen kann, ist, dass es zu diesem Zeitpunkt des Unglücks so großen Druck auf den Tunnel gegeben hat, dass es zu diesem Unglück kommen musste", sagte der Beamte auf einer Pressekonferenz am Sonntag. "Nach meinen Informationen gab es zu diesem Zeitpunkt Bewegungsmöglichkeiten, auch noch auf der Rampe."
 

"Symbolische Sühne" eines Sühnenbocks?

Weshalb Sauerland nicht zurücktritt

"Erster Abschnitt Aufgaben und allgemeine Vorschriften
§ 1 Aufgaben der Polizei
(1) Die Polizei hat die Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit abzuwehren (Gefahrenabwehr). Sie hat ... die erforderlichen Vorbereitungen für die Hilfeleistung und das Handeln in Gefahrenfällen zu treffen. Sind außer in den Fällen des Satzes 2 neben der Polizei andere Behörden für die Gefahrenabwehr zuständig, hat die Polizei in eigener Zuständigkeit tätig zu werden, soweit ein Handeln der anderen Behörden nicht oder nicht rechtzeitig möglich erscheint. ..." PolG NRW, .pdf

Hat die Polizei den Job erfüllt? Nein. Kann sie diese Aufgabenstellung auf  Veranstalter, OB, Feuerwehr o.ä. abwälzen? Nein.

Der Veranstalter kann nicht zurücktreten. Der Innenmini NRW(SPD)  muss es nicht - er ist erst seit einer Woche im Amt, es wäre wirklich nur symbolisch als  Zeichen dafür, Oberster Dienstherr der Polizei zu fungieren. Bleibt der OB, wenn schon Köpfe rollen müssen. Nur wäre das das Beste für eine Nichtaufklärung des Falls. Sauerland wünschte sich herzinnig den erfolg - es wäre eine krönung seiner Tätigkeit gewesen, wenn er (CDU) das geschafft hätte, was Bochum (SPD-regiert) sich vor einem Jahr nicht zutraute. Unangenehm für die SPD, wenn ausgerechnet  ein  konservativer CDUler mit einer erfolgreichen Love-Parade  direkt hinter der Machtübernahme von Rotgrün hätte aufwarten können.

Nun kommt wieder das seltsame Verhalten der Polizei ins Spiel und die Penetranz, mit der sauerland angegangen wird. Obwohl er einfach nur seinen Job, politisch Duisburg nach vorne zu spielen, erfüllte. Ja- mit den üblichen Mitteln, Druck ohne Ende, all dem Widerlichen, das die meisten Menschen an diesen Parteien  verzweifeln läßt. Keiner wird  eine moralische Mitverantwortung des OBs abstreiten können. Nur: wenn der gegangen sein wird, ist das Bauernopfer getan, und niemand fragt mehr danach, weshalb die Polizei die "Sperren aufhob", die zudem in den Tunneln plaziert waren statt dort, wo die Menschen sich in Nebenstraßen hätten flüchten können bei Staus. Wo aber alles vergittert war (etwa vom veranstalter? Vom OB?)Niemand wird mehr fragen, ob nicht die vom SPD Innenminister  geführte Einsatzleitung der Polizei mit Absicht handelte bzw. nicht handelte. Etwa um  die Love-Parade zu stören. Um sie zu einer Pleite für den CDU-OB werden zu lassen. Weil aufgebrachte raver nicht aufs Gelände gekommen wären, sich evtl geschubst hätten, es womöglich zu Schlägereien und Polizei oder Krankenwageneinsätzen gekommen wäre, öffentlichkeitswirksam, unschön - und das natürlich ohne jede Tötungsabsicht. Und dann ist das alles  der Einsatzleitung ein wenig entglitten.

Gut, wenn Sauerland noch eine Zeit lang bleibt. Er hat den Braten gerochen.
Wir riechen das auch - aber belegen läßt sich derzeit einzig die "seltsame Polizeitaktik", die aber eben nirgends so recht thematisiert wird. Über die GRÜNDE dafür - nicht  über den Fakt - haben wir hier spekuliert. Eine Aufklärung kann aber nur erfolgen, wenn die Basisdaten nicht schon untergehen, wie es derzeit geplant zu sein scheint - per Getöse um Sauerland.

"Die Loveparade-Katastrophe in Duisburg mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten – jetzt gerät auch die Polizei unter Druck!

Aus einem internen Schreiben, das BILD.de vorliegt, geht hervor, dass der zuständige Einsatzleiter der Feuerwehr vor einer Rampensperrung warnte.

In dem Bericht der Feuerwehr Duisburg heißt es, der Verbindungsbeamte der Polizei habe die Feuerwehr informiert, dass man plane, die Zulauframpe Richtung Gelände kurzfristig zu sperren. Der zuständige Einsatzleiter der Feuerwehr habe geäußert, „dass diese Maßnahme aus einsatztaktischer Sicht sehr problematisch ist. Aus diesem Grund ist die Feuerwehr dagegen”.

Weiter heißt es in dem Bericht: „Nach kurzer Diskussion ist seitens der Feuerwehr vereinbart worden, dass einer Sperrung zugestimmt werden kann, wenn die Ablauframpe als Zulauframpe geöffnet wird und der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird.” 

Doch genau das klappte nicht – und es kam zur Katastrophe." schreibt BILD.

"Klappte nicht" - ein Versehen? Wusste die Einsatzleitung nicht, wie man Straßen sperrt?

Was MÖGLICH war:
"Marx' erste Anweisung an einen Polizeibeamten lautet: Tunnel räumen. "Wir brauchten dringend Platz, um an alle Patienten zu kommen", so Marx. Rasch und effizient sei Bewegungsraum geschaffen worden. Die rechte Fahrspur wurde für Rettungswagen freigemacht, über die linke Seite leitete eine Hundertschaft die Besucher aus der Betonröhre.
Innerhalb kürzester Zeit seien die Menschenmassen aus dem Tunnel verschwunden, sagt Marx. Augenzeugen wie Tina Melldorf aus Aachen und Alexander Buchholz aus Hamm bestätigen das. Schlagartig habe sich die Menge auseinandergeschoben. In einer Krisensituation in Rekordgeschwindigkeit Ordnung ins Chaos zu bringen, gehört zur Kunst der Rettungskräfte. "Es ist gut gelaufen. Ein Rädchen griff ins andere - wie im Notfallplan vorgesehen", sagt Marx nicht ohne Stolz."

Bestätigung durch Augenzeugin:
"Als sie das Festivalgelände verlassen, müssen sie durch den Tunnel. Am Rand liegen Tote, notdürftig abgedeckt. Auf dem Boden hocken Überlebende, eingewickelt in gold-silbrige Folien.
Wie sich das Gedränge an der Unglücksstelle auflöste - Viktoria hat daran keine Erinnerung. "Auf einmal war da Platz, Rettungskräfte kamen von überall her, überall lagen Verletzte und Bewusstlose.""
Was die polizei also STUNDENlang unterließ - den Stau aufzulösen - ging dann ganz schnell und problemlos, als es zu spät war.
 

Während die einen schon den Kopf Jägers (.pdf)fordern, geht die Duisburger Linke den Weg des mainstreams und fordert den Kopf des OBs, obwohl sie durchaus richtig das Problem beschreibt. Nur ist das Sache der Polizei, die keineswegs "hilflos" war, sondern nicht half. Was ein Unterschied ist..
Nach  einer Inhaftierung der Einsatzleitung, damit  sie nicht weiter Spuren verdunkeln kann, fragt keiner.



 

Erschüttendes Video aus dem Tunnel

Und dieses hier
Hier ein Hintergrundbericht zu diesem Augenzeugenvideo

Hinweis: es ist Polizeitaktik seit Jahrzehnten, missliebige Demos wie eine Wurst vollaufen zu lassen: Oben absperren, hinten Zulauf weiter ermöglichen - bis die Wurst sich aufbläht und es spritzt....
Rampe - Tunnel - ....

Von Hilfestellung der Polizei, von Hinweisen per Megaphon ist nichts, absolut nichts zu bemerken (was nicht einezelne Taten einzelner Polizisten, als es schon zu spät war, meint).

wieder ein gesperrtes Video

Augenzeugin aus dem tunnel:
"Ich bin der Meinung, und das hab ich auch sehr vermisst, dass man schon vor dem Tunnel Lautsprecher-Durchsagen hätte machen müssen, die uns auf den aktuellen Stand bringen. Nämlich dass diese Rampe da schon hoffnungslos überfüllt war, wusste ich überhaupt nicht nicht. Dass es eine Polizeisperre gab, wusste ich auch nicht.“

Doch solche Ansagen habe es nicht gegeben.

„Hätte ich da schon über Lautsprecher gehört: Leute, ihr müsst warten, es ist jetzt gesperrt, weil es ist schon voll. Es tut uns leid, ihr müsst warten, geduldet euch, (...) wäre ich definitiv abgebogen, ich wäre nicht dort durchgelaufen und nach Hause gegangen.“"

Polizist:
"Ein Polizist, der seinen Namen nicht nennen will, bewacht den Eingang des Rathauses. Seinem Minister will er nicht zustimmen. „Es ist auch bei uns einiges falsch gelaufen, aber darüber wurde ja schon genug gesagt“, meint er. Er und seine Kollegen verhalten sich ruhig, auch als ihnen die Demonstranten lautstark vorwerfen, keine Hilfe bei der Katastrophe geleistet und Fluchtwege blockiert zu haben. „Wäre ich heute nicht im Dienst, hätte ich selbst mitdemonstriert“, sagt der Beamte. "

Augenzeuge im Leserbrief:
"Durchsagen gab es erst... 
...als der Tunnel geschlossen war, ich war an der Ostseite an der Karl-Lehr-Straße/Grabenstraße, die Menschen wurden dann per Lautsprecher durch die Polizei aufgefordert sich zum Zugang am Hbf zu begeben, der nun geöffnet sei...dort brach dann ebenfalls Chaos wie mir ein Freund mitteilte, der zu diesem Zeitpunkt dort war... ist ja klar wenn ich zigtausend Leute von a nach b schicke..."
Wieder einmal: NICHT auf dem Gelände. Polizeiproblem.

Bild - Reporter:
"Die Polizeiketten seien um 15.44 Uhr (Ost-Tunnel) und um 15.45 Uhr (West-Tunnel) in Position gegangen.Ein BILD-Reporter ruft in diesen Minuten in der Redaktion an: „Ich stehe hier am Eingang. Es drücken unfassbar viele Menschen rein. Hier passiert gleich eine Katastrophe!“
Darüber hinaus wird aber der Polizeibericht wiedergegeben. Um 15.45 drohte keine Katastrophe, die Fotos bei Bild belegen das. Auch nicht um 16.00, nicht um 16.08 usw.. Erst, als die - unfassbar im Tunnel selbst und nicht davor - befindlichen Polizeiketten "aufgegeben" wurden. Auch die wenigen Leute, die das gelände verlassen wollten, waren offensichtlich nicht das Problem.



 
 

"Polizisten berichten, sie seien von nachdrängenden Ravern angegriffen und bepöbelt worden. 26 Minuten nach den anderen beiden wurde der Darstellung zufolge auch diese Sperrlinie aufgegeben, weil es nicht mehr anders gegangen sei."

Sie sind bepöbelt worden. Unerhört. Bei  Fußballspielen, Karneval, Demos, Silvester hat es das noch nie gegeben.
Alle schicken Fotos und Grafiken zeigen zwar, was Panik knkret bedeutet, klären jedoch nicht, was zum "Aufgeben" der Sperren führte. Tausende Polizisten, Gitter, Pferde, Taser, Knüppel, alles incl. Waserwerfer, Fahrzeuge, Megaphone, Hubschrauber, alles stand zur Verfügung. Wenn ein Demonstrant hustet, wird das sonst doch auch eingesetzt.

Leserbrief in der Süddeutschen:
"Oben stand ein hoher Polizeioffizier mit 2 Sicherheitsleuten die das Geschen unten beobachteten. Auf meinen dringenden Hinweis, dass sich unten eine Katastrophe anbahnt wurde mir erwidert:Sollen sie doch nicht so viel trinken. "
 

Blanke Duisburger Lügen

"Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) ...verwies darauf, dass der Veranstalter dafür verantwortlich sei, was auf dem Festivalgelände passiere, also auch auf der Rampe, wo die Vorgänge eskalierten. Nur für die Vorgänge außerhalb sei die Polizei zuständig. Erst als die Situation "außer Kontrolle" geraten sei, habe Lopavent die Polizei in Duisburg um Hilfe gebeten."

Was haben die 5.000 Polizisten nur dann in Duisburg gemacht, die  zuvor gar kein Sicherheitskonzept kannten und nicht verantwortlich waren? Shopping? Bummeln? Sie waren da,  auf der gesamten Strecke bis vor den Tunnel. Wieviel menschen dort reingelassen wurden, war Sache der Polizei, nicht der Ordner auf dem Gelände. Die Aussage des veranstalters über eine Öffnung der Schleusen wurde am 28. im ZDF durch einen Augenzeugen bestätigt für ca. 16.00 Uhr.

Das hört sich dann so an  seitens der Polizei:
"Zulauf weiter erhöht
Schallers Ordnungskräfte hätten - trotz ausdrücklicher Anordnung eines Sicherheitskoordinators zwischen Veranstalter und Polizei - die Eingänge in den Tunnel nicht gesperrt, sondern am westlichen Zugang den Zulauf sogar weiter erhöht. "Daher musste die Polizei ihre Sperr-Maßnahmen aufgrund der nachdrängenden Menschenmenge aufgeben", erläuterte der Inspekteur der Polizei NRW, Dieter Wehe, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Düsseldorf die Ergebnisse des vorläufigen Untersuchungsberichts."

Was habe der veranstalter gemacht? "am westlichen Zugang den Zulauf sogar weiter erhöht" - der Veranstalter hat den Zulauf erhöht! Wow. Wie geht das?
"Daher musste die Polizei ihre Sperr-Maßnahmen aufgrund der nachdrängenden Menschenmenge aufgeben"
Also in Reintext: die Polizei gibt zu, die Absperrungen "aufgehoben" zu haben.  Nachdrängende Menschenmengen  waren der Grund für die Aufhebung der Sperren.  Normalerweise ist der Sinn von Sperren, nachdrängende Menschenmengen eben nicht nachdrängen zu lassen. Im Wissen darum, dass es vorne eng werden würde - sonst hätte der Polizeikoordinator ja nicht den Veranstalter angewiesen - haben Polizisten die Menschenmenge nicht abgesperrt. Das ist die Essenz. das nennt man fahrlässige Tötung.
Natürlich läßt sich noch viel über Raver, über das miese gelände, um völlig überzogene Angaben über die  "Million"  Leute usw. sagen und schreiben, um die elende "unze,unze"-Musik, um Rausch und Verblödung - nur geht es darum nicht, sondern um 21 Tote. Uns zumindest geht es darum, Zyniker mögen die anderen Themen bearbeiten.

"Wehe berichtet weiter: Der Veranstalter bat die Polizei um 15.30 Uhr um Unterstützung für die Ordner, weil er fürchtete, den Stau an der Rampe zum Partygelände nicht mehr auflösen zu können. 
15:19 Uhr Laut Inspekteur Wehe setzten die Ordner die Anweisung der Polizei, keine Besucher mehr auf die Rampe zu lassen, nicht um"

Anders formuliert, bittet der veranstalter um Hilfe - die aus einer Anweisung bestanden habe.  Diese sei nicht befolgt worden. Und die Konsequenz daraus? Spätestens jetzt hätte die Polizei ja selbst die Sache in die Hand nehmen müssen, die Hilfebitte im Ohr, die Mittel bei der Hand, das Versagen der Veranstalter  bemerkend. Alles nach Polizeiaussage. Was aber macht sie - die Schleusenöffnung. 
 

Ballermannisierungen im Internierungslager

Neues aus Maulkorbistan:

"Die Feuerwehr hätte bei der Abnahme des Geländes ihr Veto gegen die Veranstaltung einlegen können. Dass dies nicht geschah, verwundert nicht beim Blick auf die Hierarchien. Feuerwehrchef Uwe Zimmermann hat als obersten Dienstherrn: Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Kaum vorstellbar, dass der Feuerwehr-Amtsleiter den OB düpiert.
Allerdings machte sich nach WAZ-Informationen im Vorfeld der Loveparade in Feuerwehrkreisen ein mulmiges Gefühl angesichts des Ereignisses breit. Dass nach der Katastrophe niemand öffentlich Stellung bezieht, liegt am Maulkorb, der bis hinunter auf die Ebene der „Freiwilligen“ verhängt wurde."
 

Neues von der Totenentstehung:

Warum „die Toten entstanden“ sind? Sauerland: „Weil man Sicherheitsvorkehrungen überklettert hat und dann abgestürzt ist.“

Immerhin war Tim K. diesmal nicht beteiligt, und auch Konvertiten oder anderes islamistisches Gelichter wurde (bisher) noch nicht ausgemacht.



 

Duisburg
Warum die Panik?

""Die Einsatzleitung der Polizei hat die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße zu öffnen", sagte er. Warum, wisse er nicht.
Die Veranstalter hätten eigentlich 10 der 16 Schleusen geschlossen gehalten, weil eine Überfüllung des Tunnels drohte. Wegen der Polizeianweisung sei der Hauptstrom der Besucher dann unkontrolliert in den Tunnel gekommen."
Ja, auch wenn es vom Veranstalter kommt, so ist das statement doch zu dem objektiven Befund und den Augenzeugenberichten passend.

Folgt man hingegen den offiziellen Angaben, bewachte die Polizei eine Veranstaltung, die in ihren Augen nicht genehmigt war:
" "Die Genehmigung der Bauaufsicht, der Bauverordnung, der Bauverwaltung der Stadt Duisburg ist vom 21. Juli. Und die hat erst die Polizei erreicht am Sonntag, also (...) direkt nach der Veranstaltung." (dpa) " Im selben Artikel:
"Alle warteten auf Befehle, aber es kamen keine", sagte ein Security-Mitarbeiter, der einer von 1080 Ordnern bei der Veranstaltung am Samstag war, der "Bild"-Zeitung. "Irgendwann lagen dann überall Leichen. Die Notausgänge oberhalb der Rampe wurden erst durch die Polizei geöffnet, als es schon zu spät war", zitiert das Blatt den 40-Jährigen weiter."  Und:
""Er meldete 500.000 Teilnehmer an, erhielt eine Genehmigung der Stadt für 250.000 Teilnehmer und feierte bereits mittags öffentlich über eine Million Teilnehmer." (dpa/Reuters) " Was - abgesehen vom Veranstalter, der gerne auch mal ein wenig mit den teilnehmerzahlen übertreibt - die Ordnungsbehörden, also die Polizei nicht weiß und  nicht zu Aktionen veranlasst?
 

In diesem Video  schätzen zwei Augenzeugen, sie hätten zwei Stunden im Tunnel festgesteckt. Und wäre es "nur" eine Stunde - was besagt das über die Einsatzkräfte vor Ort?
 

"Im Eingangsbereich ist so ein starker Andrang, dass hier im Prinzip eine zusätzliche Sperre eingesetzt wurde, um den Andrang von hinten ein wenig abzubremsen, damit die leute vorne da nicht zu Schaden kommen." So dieser Polizist bei Spiegel-TV.

Frage: falls - wie SPIEGEL-TV suggeriert - die Gitter überrannt werden - ist dann die Polizei machtlos? Keine Lautsprecher, keine zweite linie, keine zusätzlichen Gitter, keine weiteren Polizisten? Wenn das Lagebild  es dem Herrn Pütz nahelegte, so zu handeln - waren ihm und seinen kollegen später dann die "Leute, die zu Schaden kommen" könnten egal? Hat er den  potentiellen "Schaden" vergessen?

Wer diese Aufnahme sieht, erkennt, dass nicht die Teilnehmer selbst, nicht die (durchaus kriminell schlechte) Vorplanung, nicht ein einzelnes Ereignis  Ursache für die Panik war. Jeder Polizist, der diese Situation sieht und nicht mit allen Mitteln weiteren Zufluss von Menschen stoppt, trägt mit Schuld. Eine Einsatzleitung, die diese drangvolle Enge entstehen läßt, trägt Schuld. Übrigens auch selbst dann, wenn sie nicht gewusst haben sollte, dass "es vorne nicht weiter geht", doch da es Funkkontakt gab und da es sich um einen einzigen Zugang handelte, kann darüber keine Unklarheit bestanden haben.


 

"Doch während die Polizei bei jeder Großdemo schnell in der Lage ist, eine Schätzung der Teilnehmerzahl abzugeben, will sie in Duisburg keinerlei Angaben machen."
 

Auf diesem Video deutlich zu sehen:
Absperrgitter, massenweise Polizisten, durchaus im Funkkontakt miteinander: und  sowohl Sperrungen des Tunnels als auch Hineinschicken  von menschen durch die Polizei.
Man beachte die Leserkommentare ...

Die Polizisten wussten teils selbst nichts von den Vorkommnissen - trotz funktionierendem Funkkontakt, laut diesem Video.
Besorgte Warnungen der Teilnehmer an die Polizei wurden ignoriert.

Wer diesen Artikel aufzurufen versucht - erhält nichts mehr:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Wer-umgefallen-ist
-wurde-niedergetrampelt-id3278764.html

Nachhall bei google

Ist dies der Originalartikel?: "Und die Polizei hat von beiden Seiten immer mehr Leute in den Tunnel geschickt“, erzähl Loveparade-Besucher Mario sichtlich schockiert von den Ereignissen. „Wer umgefallen ist, wurde direkt niedergetrampelt“, ergänzt sein Begleiter Stefan:"

So scheint es auch schon mit diversen Videos zu sein. Augenzeugenberichte werden weggesäubert.

"Das Schriftstück vom 21. Juli 2010 mit dem Aktenzeichen 62-34-WL-2010-0026 umfasst gerade einmal zwei Seiten, "Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung" prangt in gefetteten Lettern und bestem Behördendeutsch auf der ersten." Und es trägt eine unterschrift. Ist  die betreffende Person schon inhaftiert? Wird sie wegen des verdachts auf fahrläsige Tötung vernommen? So dass die Hintermänner und befehlsstrukturen deutlich werden?

Um den Punkt scharf zu umreißen, sei  hier gesagt:
Die Polizei ist trainiert und materiell in der Lage,  selbst auf völlig  unvorhergesehene  Notfälle zu reagieren - Gewitter, Überschwemmungen und blitzeinschläge incl., Feuer usw., mit Sperrungen, verkehrslenkungen aller Art, Lautsprecherdurchsagen. Hier jedoch handelte es sich um eine angekündigte veranstaltung in der Art und Größe  von Fußballspielen, Großdemos, Karneval. Mit Randale, Betrunkenen, umkippenden Teilnehmern ist jederzeit zu rechnen. Mit Schlägereien, Zünden von Feuerwerkskörpern, mit allem Möglichen.  Völlig unabhängig von der Wahl eines ungünstigen Geländes, von der Überfüllung desselben (DORT fand die Katastrophe nicht statt), von miserablen  Wegeplanungen, völlig unabhängig davon gibt es eine KONKRETE Lage vor Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt, wie bei einem Unfall auf  der Autobahn, der einen Stau verursacht. Da redet sich auch  niemand mit der schlechten Planung der Autobahn und der Überfüllung der Innenstadt o.ä. heraus. Vor Ort war zu sehen, dass keine rettungsgasse für  Sanitäter frei war. vor Ort war zu sehen und wurde  den Polizisten gesagt, dass  es zu eng wurde, Panik entstehe. Es war zu sehen, es ist dokumentiert, Polizisten waren da, Funk und Video und Hubschrauber  hatten sie.
Auf der Autobahn  gäbe es eine weiträumige Sperrung, Durchsagen per lautsprecher und per Radio. In Duisburg gab es Absperrungen und tatenloses Zusehen und Zusammentreiben. Und es gibt einen konkreten Einsatzleiter, der ohne jede wissenschaftliche Befassung die Enge sehen konnte und handeln konnte.

Die Opfer waren selber Schuld?!:
"Die Raver seien schon vorher hoch aggressiv gewesen und hätten sich untereinander Schlägereien geliefert. "Als dann noch Menschen die Treppe herunterfielen und teilweise andere mitrissen, war nur noch Chaos." Angst, Entsetzen, rücksichtsloses Rennen, Schubsen, Drängeln - "die waren nicht mehr zu bändigen". Rettungskräfte und Polizisten hätten lange gebraucht, um sich überhaupt zur Unglücksstelle durchzukämpfen.""

Aus Leserbriefen an die SZ:
"Wer den Tunnel geplant, genehmigt und realsiert hat ist Schuld, also 
- die Leiter der Duisburger Ordnungsbehörden die das genehmigt haben 
- ein Wissenschaftler der das Ganze gerechtfertigt hat 
- der Veranstalter, der das so durchgeführt hat 

Und das soll jetzt vertuscht werden. Deshalb hier die Namen: 
- Rainer Schaller 
- Hans-Peter Bölling 
- Michael Schreckenberg 
- von Schmeling 
- Wolfgang Rabe "

"Könnte es sein, 
daß hiermit einer zentralen Forderung der Polizei nachgekommen wurde, die sie in ihrem Überwachungswahn schon seit Jahren propagiert? Und zwar, da auf der Loveparade wie auch auf der Mayday massig Drogen nicht nur konsumiert, sondern auch verkauft werden, möglichst wenige Zugänge, am besten nur einen, mit geringer Breite zwecks Videoüberwachung zuzulassen ? 
Und einer zentralen Forderung der Stadt ebenfalls, das Gebiet solle umfassend rundum befestigt und gesichert sein, damit nicht wild in die Gegend uriniert und Müll abgeladen werden kann, was enorme Kosten mit sich bringt ? 
Ob berechtigt oder nicht : Berlin war der Staatssicherheitspolizei doch schon immer ein Dorn im Auge : riesiges, frei zugängliches Geländer, unüberschaubar und kaum flächendeckend per Video zu überwachen. 
Das Traurige daran ist übrigens auch, daß durch diese Aktion sich kaum noch Menschen in großem Ausmaß auf der Straße versammeln werden. Erstmal, aber sie werden wiederkommen und dannn Gnade den Schuldigen Gott, 
welcher auch immer. 
Ein Schlag gegen Demokratie und Versammlungfreiheit, noch einer. 
Läßt vermuten, daß dieses schreckliche Ende zumindest in Kauf genommen wurde. 
Und ich habe keinen Zweifel darüber, daß es einige gibt, die sich das sogar gewünscht haben, zur Abschreckung. 
Bravo, Ziel fast erreicht, "

Wie immer in den Fällen, in denen offizielle Stellen kriminell handeln, gibt es ZEIT- Fragen, also fragen nach den genauen Abläufen.  Aus verschiedenen Videos geht hervor, dass  entweder um 16.00 oder erst kurz vor 18 Uhr das gelände gesperrt worden sei. Und die Panik habe erst um 18 Uhr oder eben schon ca. 16.45  begonnen. Nein - das sind keine individuellen Einschätzungen je nach Standort, sondern exakte Daten, denn die Polizei war per Funk miteinander verbunden.
Falls eine Schließung des Geländes um 16 Uhr durch die Veranstalter oder gar die Polizei selbst angeordnet worden ist, gab es Verantwortliche dafür, dass weitere zwei Stunden lang  Menschen in Richtung und sogar in den tunnel geschickt worden sind, obwohl es zuvor schon zeitweise Sperrungen gegeben hatte - siehe Aussage Pütz.

"17:34 Uhr: Die Polizei meldet, das Veranstaltungsgelände ist wegen Überfüllung geschlossen. 
Über Lautsprecher bitten die Polizisten alle Teilnehmer vor dem Gelände, zurück in Richtung Hauptbahnhof zu gehen. Währenddessen wird das Gedränge in einem Tunnel, dem Ein- und Ausgang - etwa 20 Meter breit und gut 200 Meter lang - immer größer. Tausende Menschen wollen gleichzeitig das Gelände betreten und es verlassen. "

Von Leuten, denen man Urteilsvermögen zutrauen sollte, werden derzeit die Teilnehmer an der Veranstaltung niedergeschrieben (Droste in der JW und Elsässer). Ob diese auch bei Fussball-Ereignissen, Großdemos oder Karneval über die Toten und Verletzten  derart herziehen würden, entzieht sich unserer Kenntnis. Ja, brot und Spiele haben schon immer die Leute vom Klassenkampf abgelenkt - aber dieses besserwisserische Geschwätz über die Popkultur trägt nicht zur Klärung bei. Zumal es Loveparades nicht mehr geben wird und deshalb jede Häme über verblödete Raver schon allein deshalb abwegig ist.
 

 

 (c) Andreas Hauß, August 2010
http://www.medienanalyse-international.de/ueberblick.html

Im Übrigen bewundere ich Frau Klarsfeld.